Satus Wiedikon

Beweglichkeit heisst geistige Flexibilität

Sport und Gedächtnis

Brain-Gym oder Hirnjogging sind beliebte Worte, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir nicht nur unsere Muskeln, sondern auch unser Hirn trainieren können. Unser Gehirn ist in zwei Hälften unterteilt. Sie sind äusserlich spiegelbildlich gleich gebaut, übernehmen aber doch unterschiedliche Funktionen: Die linke Seite ist der Ort für schrittweises, analytisches Denken. Hier finden sich Fakten, Wörter und Normen, hier gehen wir logisch-mathematisch vor, planen, messen, beurteilen. Die rechte Seite steht für simultanes, gleichzeitiges Denken: Hier finden sich kreative Fähigkeiten wie Intuition und Verarbeitung von Assoziationen, Bildern, Metaphern und Poesie. Hier sind persönliche Erinnerungen gespeichert, Meinungen und "Wahrheiten", hier findet das visuelle Danken statt. Was hat das nun mit Sport zu tun? Die linke Gehirnhälfte ist auch zuständig für die rechte Körperseite und die rechte Hirnhälfte wiederum für die linke Körperseite. Wenn ich also eine Uebung mit dem rechten Arm machen will, brauche ich die linke Hirnhälfte und umgekehrt. Ueberkreuzbewegungen sind Aufwärmübungen für das Gehirn. Mit den Ueberkreuzbewegungen (z.B. eine Uebung mit dem rechten Bein und dem linken Arm) aktiviert gleichzeitig die beiden unterschiedlichen Gehirnhälften. Ausserdem fördere ich mit einer solchen Uebung auch die Koordination meiner Bewegungsabläufe. Wir wissen aber auch, dass durch dieses Zusammenspiel von Gehirn und Körper das Gehirn besser durchblutet wird, was wiederum heisst, dass im Sport nicht nur die Muskeln besser durchblutet werden, sondern auch unser Gehirn. Dass ein besser durchblutetes Gehirn auch ein besseres Gedächtnis bedeutet, ist auch klar. Beweglichkeit heisst also auch geistige Flexibilität. Ein sportlicher Mensch ist auch ein flexibler Mensch.